Menopause kann Herzgesundheit beeinträchtigen

Auch für Frauen stellen Herzerkrankungen eines der bedrohlichsten Gesundheitsrisiken dar, lediglich statistisch später als bei Männern. Entscheidenden Einfluss können die Veränderungen der Wechseljahre haben.

Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwere kardiovaskuläre Ereignisse und Leiden gelten weithin als „Männerkrankheiten“. Die Fehlwahrnehmung geht darauf zurück, dass Männer im Durchschnitt schon zehn Jahre früher als Frauen mit den Auswirkungen von Herzerkrankungen zu kämpfen haben. Nichtsdestotrotz bilden diese auch bei Frauen den Hauptgrund für Klinikeinweisungen und verfrühten Tod. Laut Deutschem Herzbericht starben in Deutschland zuletzt über 50.000 Frauen pro Jahr an koronarer Herzkrankheit (KHK).

„Vor allem in und nach den Wechseljahren sollten Frauen ihrer Herzgesundheit erhöhte Aufmerksamkeit widmen, doch auch in jungen Jahren können kardiologische Fehlentwicklungen und Schäden auftreten, die frühzeitig behandelt werden sollten, damit sie nicht zu einer Gefahr für Leib und Leben werden“, betont der in Berlin-Prenzlauer Berg praktizierende Kardiologe und Internist Peter Hoffmann.

Wechseljahre rücken stärker in den Fokus
Bereits seit langer Zeit ist allgemein bekannt, dass das Risiko eines erhöhten Blutdrucks bei Einnahme der „Pille“ oder in der Schwangerschaft deutlich zunimmt, insbesondere wenn andere Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen hinzukommen. Weniger im Blick der Öffentlichkeit und der Frauen stand bisher die Tatsache, dass auch die Wechseljahre Einfluss auf das Herz-Gefäß-System haben können. Denn das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, dessen Anteil im Blut in dieser Phase sinkt, wirkt gefäß- und herzschonend.

In der Folge steigt das Bluthochdruck-Risiko mit Eintritt in die Menopause auf das Doppelte. Verstärkt wird es auch durch verbreitete Schlafstörungen und Ängste sowie durch die hormonell bedingt wachsende Neigung zu Übergewicht. Frauen sollten daher in der Menopause und danach regelmäßig ihren Blutdruck messen (lassen) – dauerhaft erhöhte Werte sind einer der Hauptrisikofaktoren für Herzerkrankungen und schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Zudem empfiehlt sich, idealerweise schon vor der Menopause, ein herz- und kreislaufgesunder Lebenswandel mit viel Bewegung, wenig Stress und ausgewogener Ernährung.